Die SPD im Ulmer Westen diskutierte in einem Bürgergespräch die Umgestaltungsmöglichkeiten des Westplatzes. Nach einer vorangegangenen Ortsbegehung am Westplatz waren sich alle Beteiligten schnell einig: der Westplatz ist als zentraler Verkehrsknotenpunkt in der Weststadt in seiner jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß. Selbst die Bezeichnung „Schandfleck“ sei nicht abwegig. Kritisiert wurde vor allem eine unglückliche und unpassende Ampelschaltung für Fußgänger, eine schlechte Verkehrsführung und eine enorm problematische Parkplatzsituation. Zudem werde der Westplatz häufig als Müllabladeplatz verwendet, was großen Unmut in der Bürgerschaft auslöse.
Doch wie soll der Westplatz zukünftig aussehen? „An diesem Platz muss grundlegend etwas getan werden. Dass ist jedem klar, der diesen Platz überquert, sei es als Fussgänger, Radfahrer oder Autofahrer.“, so der Vorsitzende der SPD im Ulmer Westen Martin Ansbacher. Der Westplatz sei heute ein stark belasteter Verkehrsknoten, 150m lang und 75 m breit. Der Platz sei unübersichtlich in der Verkehrsführung, Radfahrer und Fußgänger suchten sich ihre eigenen Wege. Er habe keine Aufenthaltsqualität und sei ein einziges Defizit, stellte Hartmut Pflüger SPD- Stadtrat und Mitglied im FBA Stadtentwicklung, Bau und Umwelt in seinem Vortrag über den Westplatz fest.

Nachdem die Weststadt 2001 Sanierungsgebiet wurde, stand der Westplatz ganz oben auf der Wunsch- und Dringlichkeitsliste. Im April 2004 lag dann ein Bürgergutachten vor an dem ca. 30 Bürger mitgearbeitet haben begleitet vom Sanierungsteam. Auch dieses Bürgergutachten kam zum Ergebnis: der Westplatz ist ein Schandfleck mit vielen Konflikten.

Im April 2005 war der Westplatz Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Dieser kam zu dem Ergebnis, dass verkehrstechnische Verbesserungen nur als Gesamtlösung möglich und kurzfristig nicht umsetzbar sind. Das Grünamt wurde beauftragt, Vorschläge zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu entwickeln.

2005 bildete sich eine Ideenwerkstatt aus Bürgern und Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Probleme, Potentiale und mögliche Ziele für eine Neugestaltung wurden gemeinsam erörtert. Die Studierenden haben sich dann für ein Semester mit den Erkenntnissen beschäftigt, wobei sie von Fachleuten unterstützt wurden. Die Arbeiten wurden von einer Jury im Juni 2006 bewertet.

Hartmut Pflüger befand in seinem Vortrag zwei Beiträge sehr beachtenswert:

– die Lösung mit der Bezeichnung B7 Stichwort: „Weststadt- Ei und Haltestelle“
(siehe Anlage)
Inhalt: Tram- Haltestelle in der Wagnerstraße und Grünes Ei als Kreisverkehr im Westen

– und die Lösung mit der Bezeichnung B9 „ Ein neues Herz für die Weststadt“
(siehe Anlage)
Inhalt: klare Kreuzung im westlichen Bereich, Tram- Haltestelle in der Wagnerstraße als verkehrsberuhigter Bereich, der einen zusätzlichen Platz in der Nähe des Autohauses schafft

Die Variante B9 wurde auch von den anwesenden Bürgern im voll besetzten Bräustüble als beste Lösungsmöglichkeit gesehen.

2008 hat die SPD- Fraktion einen Antrag an die Verwaltung mit dem Inhalt gestellt, die Neugestaltung des Westplatzes anzugehen. Die finanziell angespannte Lage des Haushaltes werde es, so Pflüger, nun erforderlich machen, in nächster Zeit eine Bau- Prioritätenliste aufzustellen, die umgesetzt werden könnte. Hier sei nun auch Engagement aus der Bürgerschaft gefragt, gemeinsam mit der SPD zu erreichen, dass der Westplatz seinen Platz auf dieser Liste findet.

„Der SPD im Ulmer Westen ist es wichtig, nun gemeinsam mit der Bürgerschaft und den Aktiven in der AG West politischen Druck zu machen, dass beim Thema Neugestaltung des Westplatzes nun endlich was passiert. Wir wollen bei diesem neugestalterischen Mammutprojekt Westplatz wieder Bewegung in die Debatte bringen.“, so Martin Ansbacher