Pressemitteilung zur Veranstaltung in Ulm zur Vorstellung des sportpolitischen Konzept der SPD Landtagsfraktion

SPD- Landtagsfraktion: Gesamtgesellschaftlicher Bedeutung des Sports soll stärker als bisher Rechnung getragen werden. Das sportpolitische Konzept der Fraktion bildet hierfür die Eckpunkt für die Neuausrichtung der Sportpolitik.

Martin Ansbacher: „Landesregierung muss Förderung des Breitensports stark ausweiten.“

Vortrag und Diskussion mit Landtagsabgeordneter Sabine Wölfle

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir sprach die sportpolitische Sprecherin der SPD- Landtagsfraktion Sabine Wölfle im Ratskeller über Ziele und Forderungen an eine zeitgemäße Sportpolitik.

Martin Ansbacher, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, begrüßte für den terminlich verhinderten Abgeordneten Rivoir die Referentin mit der Feststellung, dass dem Sport eine wesentlich wichtigere gesellschaftliche Rolle zukomme als gemeinhin wahrgenommen werde. „Allein in Baden- Württemberg sind mehr als 3,8 Millionen Menschen (darunter 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche) in über 11.400 Vereinen aktiv. Sport hat eine starke integrative Kraft als Brücke zwischen den Generationen, zwischen Menschen mit verschiedenem sozialen und kulturellen Hintergrund und unterschiedlicher Herkunft. Aus diesem Grund ist es zu begrüßen, dass die SPD- Landtagsfraktion die Sportpolitik im Land im Gespräch mit allen Beteiligten neu ausrichten und vor allem auch neue Impulse setzen will.“, so Ansbacher gleichzeitig auch Vizepräsident des Ulmer Turngaus ist.

Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle erläuterte in ihrem Referat, wie die SPD- Landtagsfraktion zusammen mit der Landesregierung dem Schul- und Breitensport in Baden-Württemberg eine größere öffentliche Bedeutung verschaffen wolle. Sie stellte das von der SPD- Landtagsfraktion dazu ausgearbeitete Zweiphasenkonzept vor:

In der ersten Phase erfolgt eine erweiterte und qualitativ verbesserte Förderung des Schulsports in Vor- und Grundschulen sowie in Ganztagsschulen. Ziel ist es, die Einsicht zu verfestigen, dass Kinder kontinuierlich Sport treiben sollten. „Für dieses Vorhaben stehen in Baden- Württemberg zurzeit lediglich drei Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, was viel zu wenig ist“, erklärte Sabine Wölfle. Die SPD werde sich bei den nächsten Haushaltsberatungen für eine wesentliche Erhöhung dieser Mittel einsetzen. Des Weiteren macht sich Sabine Wölfle dafür stark, dass Sport als Staatsziel in der Verfassung verankert werden soll.

In der zweiten Phase würde der Schwerpunkt der Förderung dann bei der Qualifizierung von Übungsleitern und Sozialpädagogen und bei einer Vielzahl differenzierter Themenfelder wie Behindertensport, Sportstättenbau und Leistungssport liegen.

„Die Landtagsfraktion hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindergärten und Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt auszubauen. Im Zuge dessen soll auch die Ausbildung der Fachkräfte im Bereich Sport und Bewegung verbessert werden. „Wir wollen eine tägliche Bewegungszeit für Grundschüler. Pro Woche sollen Kinder 200 Minuten qualifizierte Bewegungs- und Sportangebote erhalten“, forderte Sabine Wölfle.

Martin Ansbacher begrüßte es, dass die SPD-Landtagsfraktion die sportlichen Angebote an den Schulen ausbauen, die tägliche Sport- und Bewegungsstunde an den Grundschulen schrittweise eingeführt und die Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten, Ganztagesschulen und den Sportvereinen verbessert werden soll. Ein Musterbeispiel sei hier die TSG Söflingen, die mit dem Sportkindergarten und der KiSS (Kindersportschule) seit langem den richtigen Weg geht.

In der anschließenden Diskussion wurden Fragen zu allen Belangen des Sports erörtert, etwa die zunehmende Belastung der Vereine durch Vorschriften und Auflagen sowie Möglichkeiten der Vereinsvorstände, die besonderen Vorzüge der Mitgliedschaft in einem Sportverein in der Bevölkerung zu verankern.

Die anwesenden Vereinsvertreter begrüßten das Konzept der SPD- Landtagsfraktion.

„Die soziale Gemeinschaft der Turn- und Sportvereine bildet die Basis für lebenslanges Bewegen. Die Vereine müssen aber trotz der Entwicklung hin zur Ganztagesschule lebensfähig bleiben, um die Solidaraufgaben erfüllen zu können.“ Warnte Martin Ansbacher gleichzeitig vor den Gefahren der aktuellen politischen Entwicklung. „Die Teilnahme an Sportangeboten darf zudem nicht nur von den finanziellen Mitteln des Elternhauses abhängen. Wenn der Sport seine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen soll, so muss der Zugang zu Sportangeboten auch jeder sozialen Schicht möglich sein. Hier muss die Handschrift einer sozialdemokratischen Sportpolitik deutlich erkennbar sein.“, forderte Ansbacher

Sabine Wölfle erklärte abschließend: „Alle Sportvereine werden vom Kultusministerium angeschrieben, um ihre Vorstellungen in die zukünftige Sportpolitik einzubringen. Auch im Sport wird die neue Landesregierung einen Neuanfang im Dialog mit allen Beteiligten wagen.“