Erhard Eppler liest!

Erhard Eppler, vor fast 90 Jahren in Ulm geboren und seit 60 Jahren Mitglied der SPD, war Bundesminister im Kabinett Willy Brandts, in Baden-Württemberg Vorsitzender der Landespartei und der Landtagsfraktion. Man kennt ihn auch als früheren Kirchentagspräsident und herausragende Figur der Friedensbewegung in den 1980er Jahren. Am 13. Februar kommt er nach Ulm und liest aus seinem neuen Buch:

Samstag, 13. Februar um 11 Uhr im Haus der Begegnung

Der vorwärts schreibt:
„Links leben – Erinnerungen eines Wertkonservativen“ hat Erhard Eppler seine Bilanz genannt. Vieles davon kennen regelmäßige Eppler-Leser aus seinen früheren Büchern: Die Auseinandersetzung mit der Ideologie der Marktradikalen. Sein leidenschaftliches Eintreten für Ökologie. Seine Sorge, weil in immer mehr Staaten das Gewaltmonopol des Staates nicht mehr akzeptiert wird und Staaten deshalb zerfallen, ihre Bürger vor der privatisierten Gewalt nicht mehr schützen können.

Lange hat man in Europa geglaubt, dies sei ein Problem afrikanischer Länder oder des nahen und mittleren Ostens. Der nicht endende Flüchtlingstreck zeigt nun, dass Chaos und Gewalt keine Grenzen mehr kennen. Die verzweifelten Menschen suchen Schutz in Europa. Globalisierung ist kein Thema der Wirtschaft und der Geldströme mehr, sondern die Menschen fliehen dort hin, wo sie glauben, Sicherheit für sich und ihre Kinder finden zu können.

Erhard Eppler, im Kabinett Willy Brandts Entwicklungshilfeminister, hat das schon Anfang der 70er Jahre erkannt. In seinem Buch „Links leben – Erinnerungen eines Wertkonservativen“ schreibt er: „Immerhin war ich jahrelang durch die Republik gezogen und hatte mit dem Argument für meine Politik geworben, wer jetzt nicht mehr für Afrika tue, müsse in zwanzig oder dreißig Jahren mit einem gewaltigen Einwanderungsdruck rechnen. Wer uns 2015 sagt, wir müssten die Lebensbedingungen in Afrika verbessern, muss wissen, dass dies die Zahl der Flüchtlinge im Mittelmeerraum frühestens in zehn Jahren verringern kann.“